Politisches Gebet

Mittwoch, 27.10.2021, 18.30 Uhr, Caspar-Olevian-Saal

Kleines Virus, große Wirkung. 
Ein pandemisches Requiem.

Damit haben wir nicht gerechnet: Dass es immer irgendwo Seuchen gibtwussten wir. Aber dass sie uns erreichen beim Stand unserer Medizin, das glaubten wir nicht. Nun fordert eine weltweite Seuche Millionen Tote und fährt die Wirtschaft herunter: Eine schlimme Nachricht und eine böse Überraschung.

Unser Leben ist eingeschränkt und von einer tödlichen Gefahr bedroht. Darauf waren wir nicht vorbereitet in einer Gesellschaft, die auf Handel und Verkehr setzte und vom Reichtum ihrer Beziehungen lebte. Wir wurden auf uns selbst zurückgeworfen und in engen Lebensräumen isoliert.

Das Virus wirkt wie ein Katalysator, es verschärft die Probleme, die wir verdrängt haben: in Familie und Schule, Krankenhäusern und Altersheimen, Betrieben und Behörden. Und die Schere zwischen reich und arm spreizt sich immer stärker. Für die Zukunft stehen vor allem Veränderungen unseres gewohnten Lebensstils an, die weit über Impfungen und Digitalisierung hinausgehen.

Aus Leiden lernen: die alte Herausforderung stellt sich heute neu. Das beschränkte Leben in ein gutes zu überführen, wird die schwerste Leistung sein, die die Pandemie von uns verlangt.