20. September 2026
Dr. Clemens Greve, Frankfurt
Hilde Domin: Zivilcourage – Widerstandleisten der Worte.
Vor 20 Jahren starb die Schriftstellerin Hilde Domin. Zivilcourage ist für Hilde Domin eng verbunden mit „Mit Schmerz“ und Solidarität statt Mitläufertum. In ihren Texten betont sie das „Widerstandleisten der Worte“. Ihr Credo lautete, sich selbst und andere nicht im Stich zu lassen – eine Haltung, die aus ihrer eigenen Erfahrung als Jüdin im Exil während der NS-Zeit entstand. Sie schreibt: „Der Mut, den der Lyriker braucht, ist dreierlei Mut, mindestens: der Mut zum Sagen …, der Mut zum Benennen …, der Mut zum Rufen“. Die Aktualität dieser besonderen Frau und ihres literarischen Schaffens soll in der Veranstaltung beleuchtet werden.
Clemens Greve, Jg. 1966, Literaturwissenschaftler, und die Dichterin Hilde Domin (1909–2006) arbeiteten an verschiedenen Projekten zusammen. 1995 gaben sie gemeinsam das Buch „Nachkrieg und Unfrieden“ heraus, eine Sammlung von Texten, die historische und politische Situationen im Nachkriegsdeutschland behandeln. Seit über 25 Jahren leitet Greve die Frankfurter Bürgerstiftung.